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Alice von Hessen-Darmstadt
Die Großherzogin Alice (Alix)
von Hessen und bei Rhein (* 25. April 1843 in London; † 1878
in Darmstadt) war die Tochter von Albert von Sachsen-Coburg-Gotha und
Königin Victoria und Prinzessin von Großbritannien und
Irland.
Sie heiratete 1862 den Großherzog
Ludwig IV. von Hessen und bei Rhein. Alice gebar sieben Kinder in elf
Jahren. Ab 1863 engagierte sich Alice für die öffentliche
Gesundheitspflege und insbesondere um die Verbesserung der
hygienischen Bedingungen für Wöchnerinnen.
In Darmstadt gründete 1867 sie
gemeinsam mit Luise Büchner den nach ihr benannten Kranken- und
Armenpflegeverein (Alice-Frauenverein). Großherzogin Alice und
Luise Büchner entwickelten den Beruf der Krankenpflegerin ohne
konfessionelle Bindung, und es entstand der Alice-Verein für
Krankenpflege, aus dem die freie Alice-Schwesternschaft hervorging.
1872 fand auf Alices Einladung in Darmstadt die erste
„Generalversammlung deutscher Frauen- und Erwerbsvereine“
statt, bei dem es unter anderem um Frauenerwerbsarbeit bei der Post,
der Eisenbahn und dem Telegraphendienst ging.
1873 starb Alices jüngster Sohn
nach einem Unfall. Im selben Jahr übersetzte sie die Abhandlung
On the Homes of the London Poor von Octavia Hill ins Deutsche.
Im November 1878 pflegte sie ihre an
Diphterie erkrankten Kinder und starb vier Tage nach ihrer Tochter
Marie. Sie ist im Mausoleum der großherzoglichen Familie auf
der Rosenhöhe in Darmstadt beigesetzt. Ihren Plan, eine
Künstlerkolonie zu errichten, konnte sie nicht mehr selbst in
die Tat umsetzen. Dies vollführte ihr Sohn Großherzog
Ernst Ludwig.
Luise Büchner
Eine radikale Feministin der ersten
Stunde war sie nicht. Ihr politischer Wirkungskreis bezog sich auf
die gesellschaftliche Position bürgerlicher Frauen. Ihnen wollte
sie zu qualifizierter Bildung und Ausbildung verhelfen mit dem Ziel,
dass jede Frau ihren Beruf frei wählen und in diesem Bereich
arbeiten könne.
Luise Büchner, als temperamentvoll
charakterisiert und durch einen Unfall gehbehindert, wird 1821 in
Darmstadt geboren. Als fünftes Kind einer durch ihre Söhne
bekannten Familie (ihr ältester Bruder ist der politische Autor
Georg Büchner) eignet sie sich autodidaktisch umfangreiches
Wissen vor allem in Literatur, Mythologie, Geschichte und
Fremdsprachen an. Nach dem Tod der Eltern lebt sie zusammen mit ihrer
ebenfalls ledigen Schwester Mathilde im Haushalt des Bruders und
Arztes Ludwig Büchner. Ihre Freundschaft zum Ehepaar Gutzkow
vertieft ihr Interesse für die zeitgenössische Politik.
Später wird sie Privatvorlesungen über die deutsche
Geschichte halten und das Fach in einer Mädchenschule
unterrichten. Sie bekennt sich zu den demokratischen Ideen der
Revolution von 1848/49. Doch ihr Engagement geht in eine
frauenpolitische, pädagogisch-journalistische Richtung. Sie
kämpft für die Einrichtung von weiblichen
Ausbildungsstätten und tritt in Wort und Schrift für „Die
Frauen und ihr Beruf“ ein. Diesen Titel trägt ihr erster
Bestseller, der 1855 erscheint und mehrere Auflagen erlebt.
Nach einigen Jahren publizistischer und
schriftstellerischer Arbeit gründet Luise Büchner 1867 mit
der späteren Großherzogin Alice von Hessen den
„Alice-Verein“, der die Einrichtung von
Ausbildungsschulen für Frauen durchsetzt, und bleibt bis 1877
dessen Vizepräsidentin. Als Ehrenmitglied des Lette-Vereins, der
ebenfalls die Förderung der Erwerbsfähigkeit von Frauen
unterstützt, ohne jedoch der Gleichberechtigung das Wort zu
reden, vermittelt sie Kontakte zwischen den Vereinen. Während
dieser Zeit erweitert sie ihren Wirkungskreis und publiziert im
„Deutschen Frauenanwalt“, dem Presseorgan des
Lette-Vereins.
Schließlich führen Büchners
Artikel, Bücher, Erzählungen, Romane und Märchen zu
einem Bekanntheitsgrad, der weit über regionale Bezüge
hinausgeht. Aus Anlass einer Konferenz des preußischen
Kultusministeriums wird sie 1873 als erste Frau gebeten, zu den
Unterrichts- und Erziehungsfragen in der Mädchenschulbildung
eine Stellungnahme vorzulegen. Vier Jahre später stirbt die
vielseitige Frauenpädagogin in ihrer Heimatstadt, auf ihrem Grab
befindet sich heute ein Relief.
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